Anwendungsbeispiele für Kunstlicht |
Kunstlicht kann auf unterschiedlichste Art und Weise für Pflanzen eingesetzt werden:
Dekorative PflanzenbeleuchtungDie Beleuchtung von Grünpflanzen und Blumen in Wohnungen und Büros erfüllt nicht nur
eine dekorative Funktion, sondern ist auch ein Mittel zur Stimmulierung des
Pflanzenwachstums. Im Unterschied zur reinen Pflanzenzucht unter Kunstlicht, spielt bei
der dekorativen Beleuchtung die Lichtfarbe der Leuchtmittel eine wichtige Rolle. Die
spektrale Zusammensetzung des Lichts sollte nicht nur den Pflanzenbedürfnissen
entsprechen, sondern auch die Bedürfnisse des menschlichen Auges berücksichtigen, um so
die Farben von Blättern und Blumen in das richtige Licht setzen zu können.
Zur dekorativen Pflanzenbeleuchtung wird im allgemeinen eine Akzentbeleuchtung mit Konzentrierten Lichtquellen gewählt. Für diese Zusatzbeleuchtung können Halogen-Glühlampen verwendet werden, die aber mit Tageslicht oder anderen Kunstlichtquellen z.B. Leuchtstofflampen, kombiniert werden müssen, um übermäßiges Längenwachstum zu vermeiden. Es ist darauf zu achten, daß Strahler in ausreichendem Abstand von den Pflanzen montiert werden. Dadurch wird verhindert, daß die Strahlungshitze die Pflanzen austrocknet. Die Mindestbeleuchtungsstärke (natürliches Licht und Kunstlicht), die erforderlich ist, damit Pflanzen am Leben bleiben, liegt in der Regel zwischen 500 und 1500 Lux (je nach Pflanzenart).
PhotosynteseZu den Kulturen bei denen Kunstlicht zur Förderung der Photosyntese eingesetzt wird,
gehöhren Gemüse (z.B. Gurken, Tomaten und Kopfsalat), Schnittblumen und verschiedene
Topfpflanzen, Straücher und Bäume. Stärke und Dauer der Bestrahlung sind abhängig von
Pflanzenart, Tageslänge, geographischer Lage und Anbaumethode.
Richtig angewendet stimmuliert die zusätzliche Belichtung die Assimilation und damit
das Wachstum und führt so zu einem kürzeren Produktionszyklus, stärkeren und
gesünderen Pflanzen und zu einer früheren Blüte. Außerdem wird der bei starkem
natürlichem Licht auftretenden Bildung von Varianten entgegengewirkt. Dadurch werden
Kulturzeit und Qualität von Ernteerträge zu besser kalkulierbaren Größen.
Typische Beleuchtungsstärken zur Photosyntese liegen zwischen 5000 und 20.000 Lux, was im
allgemeinen für die Verwendung von Entladungslampen spricht.
PhotoperiodismusMit künstlicher Belichtung kann die Länge eines Tages auf relativ einfache und
billige Weise ausgedehnt werden, da die dazu benötigte Strahlingsdichte lediglich 150 -
400 mW/m² beträgt. Besonders für den gewerblichen Züchter ist es interessant, die
Blütezeit von Pflanzen durch den Einsatz von Kunstlicht zu manipulieren.
Dazu bieten sich zwei Methoden an: Man kann den Tag verlängern, indem man bei Einbruch
der Dämmerung das Kunstlicht für eine gewisse Zeit einschaltet, die Nacht unterbrechen,
indem man nachts die Beleuchtung für kurze Perioden einschaltet. Die zweite Methode wird
in der Regel bevorzugt, da sie in Hinblick auf den Energieverbrauch wirtschaftlicher ist.
Wird das Kunstlicht allerdings auch zur Förderung der Photosyntese eingesetzt, so ist
jedoch die Tagesverlängerung die bessere Methode.
Zum Ersatz des Tageslichts wird Kunstlicht in sogenannten Treibräumen eingesetzt, die völlig vom natürlichen Tageslicht abgeschlossen sind. Die Anzucht in Treibräumen lohnt sich dann, wenn für die Pflanzen eine oder mehrere der folgendenm Bedingungen zutreffen:
In der landwirtschaftlichen und biologischen Forschung kommt man nicht um Zuchträume herum, in denen sämtliche pflanzenbeeinflussenden Faktoren gesteuert werden können. In einem sogenannten "Pytotron" können Beleuchtungsstärken benötigt werden, die dem Sonnenlicht im Sommer entsprechen (ca. 100.000 - 150.000 Lux).
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